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Die Software

Die Leserlichkeit eines Textes ist von vielen Faktoren abhängig, die kaum isoliert betrachtet werden können. Der Zeilenabstand ist beispielsweise abhängig von Zeilenlänge, Schriftart, Schriftfamilie und Schriftgröße. Die Schriftart und Schriftfamilie sollten wiederum in Abhängigkeit vom Inhalt gewählt werden etc. Neben der Kenntniss solcher Zusammenhänge und typografischer Regeln ist, wie bereits erwähnt, die verwendete Software von entscheidender Bedeutung. Manche typografische Regeln lassen sich mit herkömmlichen Textverarbeitungen gar nicht umsetzen. Für ansprechenden Formelsatz gibt es gar nur eine ernst zu nehmende Lösung: TeX (gesprochen: tech). TeX übertrifft auch in anderen Punkten viele etablierte und kommerzielle Satzsysteme. Für Sie als Kunden ist kurz gesagt in erster Linie die Qualität des Blocksatzes von Interesse. Die im DTP-Bereich führende Firma Adobe hat den »Mehr-Zeilen-Setzer« von InDesign aus dem absatzorientierten Zeilenumbruch von TeX abgeleitet und schreibt 1999 zu TeX in einer ihrer Broschüren:

»Die Grundlagen des Mehr-Zeilen-Setzers für den Textsatz beruhen auf der bahnbrechenden Arbeit von Donald E. Knuth (Informatiker und emeritierter Professer der Stanford University) und seiner Public-Domain-Schriftsatzanwendung TEX. In einer wissenschaftlichen Abhandlung zu Beginn der achtziger Jahre zeigten Knuth und sein Mitautor Michael F. Plass den Schriftsatz als interessantes, komplexes Informatikproblem auf und begannen mit der Arbeit an der Verbesserung des zeilenweisen Ansatzes, der von den meisten Schriftsatztechnologien verwendet wurde. Als anerkannter Autor technischer Abhandlungen benötigte Knuth darüber hinaus eine Anwendung, mit der qualitativ hochwertige Ergebnisse erzielt und auch komplizierte mathematische Sachverhalte problemlos gesetzt werden konnten. Die Forschungen führten schließlich zur Entwicklung des Algorithmus für den Zeilenumbruch, dem Kernstück von TEX. Stets darauf bedacht, seine Forschungsergebnisse mit anderen zu teilen, stellte Professor Knuth TEX als Freeware-Programm zur Verfügung. Die etwas umständliche Benutzeroberfläche auf der Grundlage von Eingabeaufforderungen hat die Anwendung des Programms bislang auf wissenschaftliche, mathematische und technische Einsatzgebiete beschränkt.«

Damit Sie eine bessere Vorstellung davon bekommen, welche Ergebnisse der absatzorientierte Umbruchalgorithmus von TeX im Vergleich zu zeilenweisem Umbruch liefert, folgen Beispiele, die drei unterschiedliche Qualitäten von Blocksatz auf ISO A4 (einseitig) bei gleichem Satzspiegel, gleichem Zeilenabstand und bei gleicher Schrift und Schriftgröße zeigen. Dabei sind die genannten Parameter in Bezug auf Leserlichkeit und gute Typografie bereits optimiert! Deshalb sind für die meisten Laien auf den ersten Blick auch keine gravierenden Unterschiede (verglichen mit dem eingangs gezeigten Beispiel) zu erkennen.

Schlechter Blocksatz

Besserer Blocksatz

Sehr guter Blocksatz

Die drei Dateien unterscheiden sich in ihrem Grauwert, der unter anderem durch die Wortzwischenräume bestimmt wird. Die unregelmäßigen und relativ großen Wortzwischenräume der beiden ersten Beispiele erzeugen Unruhe, strengen das Auge unnötig an und fordern mehr Konzentration als bei gleichmäßigem Grauwert. Diese Unruhe wird auch gut sichtbar, wenn man die Seiten bis zur Unleserlichkeit verkleinert. Was bleibt, vermittelt einen Eindruck vom Grauwert. In dieser Größe können auch Laien auf einen Blick einen guten von einem schlechten Satz unterscheiden. Hier noch einmal die drei Beispiele stark verkleinert nebeneinander:

Schlechter Satz stark verkleinert Besserer Satz stark verkleinert Sehr guter Satz stark verkleinert

Beim Betrachten der drei großen Beispiele sind Ihnen die Unterschiede vielleicht nicht unmittelbar aufgefallen. Dazu gehört sicherlich auch ein wenig Übung: Man nimmt eben nur bewusst war, was man auch kennt. Ihren Augen ist dies jedoch ziemlich egal: Ob typografisch geschult oder nicht, ist das Lesen der beiden ersten Beispiele für die Augen anstrengender als das Lesen des letzten Beispiels. Unbewusst bleibt beim letzten Beispiel ein positiverer Eindruck zurück. Genau das soll beim Leser auch erreicht werden. Auch hier nochmal der Hinweis: Es geht um Texte, die sich über mehrere Seiten erstrecken!

Neben den gleichmäßigen Wortzwischenräumen im letzten Beispiel kommt dort noch der optische Randausgleich hinzu, der den Eindruck ganz glatter Ränder links und rechts erzeugt. Es ergibt sich so ein sehr ruhiges Schriftbild mit sehr guter Leserlichkeit. Die bleibenden wenigen Flecken sind der Formatierung der Literaturverweise geschuldet, da zwischen Autor und Jahreszahl ein größerer Abstand als ein Wortzwischenraum gefordert war.

TeX

TeXs Formelsatz und Umbruchalgorithmus sind bis heute unübertroffen. Auch das kommerzielle Textsatzsystem Advent 3B2 verwendet intern TeX für den Formelsatz. Scientific Workplace setzt komplett auf die auf TeX aufbauende Auszeichnungssprache LaTeX. Für den Endverbraucher sind solche kommerziellen Satzsysteme allerdings kaum erschwinglich und sie bedürfen wie jedes mächtige Werkzeug der intensiven Einarbeitung.

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